Beim plastischen Gestalten mit Ton ist ein intensives körperliches Erlebnis. Innere Gefühle, Gedanken und Kräfte, die teilweise noch verschüttet und unbewusst sind, werden erkennbar und in eine äußere Form und Gestalt übersetzt. Das sinnliche Erlebnis des Tastens spricht die eigenen formbildenden und ordnenden Prozesse an und fördert sie.

Plastizieren braucht Ruhe, Konzentration und Hingabe. Der Ton lässt sich mit der Hand greifen, mit dem Handballen oder der Handaußenseite, Daumen und Fingern rhythmisch drücken, quetschen oder schieben. Das erdet und zentriert, beruhigt und konzentriert. Die Oberfläche der geformten Skulptur lässt sich mit der Hand oder mit Werkzeugen kratzen, streichen, klopfen oder schlagen, in getrocknetem Zustand auch raspeln oder schmirgeln. Viele Patienten fühlen sich anschließend durch und durch erwärmt und belebt – obwohl die Tonerde selbst eher kühl ist.

Aus unförmigen Tonklumpen werden unter den Händen der Patienten gegenständliche oder auch abstrakte Figuren.

Die Arbeit mit Ton kann auch Halt geben. Denn ganz gleich, welche Form unter den Händen wächst – sie steht dem, der sie erschuf, immer in ihrer Dreidimensionalität klar und fassbar gegenüber.

Ist der Körper zu schwach für die Arbeit mit Ton oder schmerzen die Hände zu sehr, kommen auch Wachs oder Sand zum Einsatz.