Bei der Ganzkörper-Hyperthermie wird ein künstliches Fieber bis 39-40 °C erzeugt, das auf mehreren Ebenen heilsam wirken kann. Zum einen aktiviert es den Wärmeorganismus, der bei Krebskranken oft gestört ist (viele frösteln leicht und haben eine generell erniedrigte Körpertemperatur). Zum anderen ist die Tag-Nacht-Rhythmik der Wärmeregulation oft gestört, was mit dazu führt, dass das Immunsystem weniger aktiv ist. Die Ganzkörper-Hyperthermie wirkt hier ausgleichend und regulierend.

Der Patient wird dafür – nur mit einem dünnen Baumwoll-Nachthemd bekleidet – in ein Spezial-Wärmebett gelegt, das mit Hilfe von vier großen Infrarot-Wärmestrahlern aufgeheizt wird. Die Seiten des Bettes sind mit einer rückstrahlenden Folie ausgeschlagen, damit die Wärme möglichst konzentriert auf den Körper einwirken kann. Die Wärmestrahlung dringt etwa einen Zentimeter tief in die Haut ein und verteilt sich über das Blut gleichmäßig im ganzen Organismus. Dabei steigt die Körpertemperatur langsam – über mehrere Stunden hinweg – auf bis maximal 40 °C an, je nachdem, was für den Patienten medizinisch sinnvoll ist.

Die Ganzkörper-Hyperthermie dauert mehrere Stunden und ist relativ anstrengend für den Organismus. Ein Fußbad mit Zitronenbademilch leitet die Ganzkörper-Hyperthermie ein – denn nur wenn die Füße warm sind, kann der Körper das künstliche Fieber entwickeln. Wasser kann die Patienten während der Therapie beliebig viel trinken.

Während der Therapie werden die Patienten ständig durch unsere qualifizierten Pflegekräfte überwacht. Sie bekommen ausreichend zu trinken und kühle Kompressen auf die Stirn, damit die Wärmebehandlung erträglich bleibt. Ist die angestrebte Körpertemperatur erreicht, wird das Wärmebett abgenommen. Die mehrstündige Nachruhe erfolgt dann im Krankenzimmer.