„Die beste Medizin für den Menschen ist der Mensch“ Paracelsus
Die anthroposophische Pflege, wie sie im Paracelsus-Krankenhaus lebt, hat ihren Ursprung im „Klinisch-Therapeutischen Institut“, das Anfang des letzten Jahrhunderts von Ita Wegman in Arlesheim/Schweiz gegründet und in der Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner geprägt wurde.
Unser pflegerisches Tun wird angeregt durch ein Menschenbild, das durch die Arbeit an der Anthroposophie entsteht.
Dadurch kann der Mensch als ein Wesen wahrgenommen werden, in dem Geistiges, Seelisches und Leibliches zusammenwirkt.
Das menschliche Leben ist vom Gesichtspunkt der Anthroposophie aus in vergangene und zukünftige Leben eingebettet. Gesundheit, Krankheit und Tod sind somit in einem größeren Zusammenhang zu sehen.
Unser Bemühen ist es, außer dem Sichtbaren auch das Unsichtbare des Menschen einzubeziehen.
Der erkrankte Mensch begibt sich in seiner Not aus seinem gewohnten Umfeld für eine begrenzte Zeit in unsere Einrichtung. Er erwartet von uns professionelle Hilfe in seiner Krisensituation.
Die Aufnahme des Patienten in unseren Verantwortungsbereich wollen wir so gestalten, dass er sich als Mensch angenommen weiß. Dadurch kann eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens entstehen.
Unsere Aufgabe ist es, zu erkennen, was für den Patienten not-wendig ist. Hierzu bedarf es eines umfassenden Wahrnehmens seiner individuellen Situation.
Die daraus resultierende beratende, begleitende, unterstützende oder versorgende Behandlung muß als ein von uns Pflegenden gemeinsam mit dem Patienten zu gehender Weg gesehen werden. Darüber hinaus muß in uns ein Bewusstsein dafür entstehen, dass dieser Prozess nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den anderen um den Patienten stehenden Berufsgruppen sein Ziel erreichen kann. Das Ziel kann je nach Krankheitssituation in der Gesundung, Linderung, Stabilisierung oder Stärkung liegen. Gegebenenfalls kann dies auch eine würdevolle und individuelle Sterbebegleitung sein.
Die in unserem Hause praktizierten anthroposophischen Pflegemethoden, wie Wickel und rhythmische Einreibungen nach Wegman/Hauschka, erleben wir als eine wesentliche Erweiterung unseres pflegerischen Alltags. Der Einzelne wird in den Umgang und die Anwendung dieser pflegerisch-therapeutischen Maßnahmen eingearbeitet und erfährt dadurch eine intensive individuelle Begegnung mit dem Patienten.
Durch Fortbildungen und kollegialem Austausch wollen wir dazu anregen, sich mit den Gesetzen der Kommunikation und der Biographik vertraut zu machen. Die dabei gewonnenen Fähigkeiten und Einsichten sollen uns helfen, unsere Beziehungen sowohl zu den Patienten, als auch unter uns, situationsgerecht zu gestalten. Wir unterstützen uns in schwierigen Situationen, von der Bearbeitung alltäglicher Probleme bis hin zu Sinnfragen.
Die Zusammenarbeit im Pflegebereich soll nach Gesichtspunkten der Selbstverwaltung organisiert sein. Hierzu bedarf es einer klaren Aufgabenverteilung und einer Verbindlichkeit aller Pflegenden gegenüber den Absprachen.
Wir suchen Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen, wie zu Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Ausbildungsstätten und Schulen um einen gegenseitigen Austausch von Wissen und Können zu pflegen.
Es gehört zu unserer Aufgabe, Menschen vor und in der Pflegeausbildung eine Möglichkeit des Kennenlernens der anthroposophischen Pflege zu geben.
Eine professionelle Pflege beinhaltet für uns auch die Verantwortung für die wirtschaftliche Seite unserer Einrichtung, sowie den behutsamen Umgang mit unserer Um- und Mitwelt.
Die Pflegekultur am Paracelsus-Krankenhaus soll sich ständig weiter entwickeln.
Das bedeutet, dass wir unser Tun immer wieder reflektieren, unser fachliches Wissen und Können vertiefen und offen für neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind.
Das heißt aber auch, das sich jeder Pflegende als ein ständig Übender empfindet und im Arbeitsalltag und in Fortbildungen die Möglichkeit erhält, an der Entwicklung seiner fachlichen und sozialen Kompetenz zu arbeiten.
Es bedarf des persönlichen Engagements und des Verantwortungsbewusstseins eines jeden Pflegenden, dass die Gemeinschaft der Pflegenden des Paracelsus-Krankenhauses diesen Zielen näher kommen kann.
„Die beste Medizin für den Menschen ist der Mensch“ Paracelsus
Erstellt von Liselotte Metzmaier, Marlies Krämer und Torsten Kleiner, 2001-2003